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Kai Wiesinger

  • Geboren am Samstag, 16. April 1966
  • Geboren in Hannover, Deutschland


Charakterdarsteller des neuen deutschen Films: Kai Wiesinger
"Kleine Haie" machte ihn bekannt: Kai Wiesinger. Der Sohn eines Journalistenehepaares aus Hannover nimmt schon vor dem Abitur Schauspielunterricht am Schauspielhaus seiner Heimatstadt. Es sei die Alternative zu einem quälenden Musikunterricht gewesen, den er vorher absolvierte, erzählt er. Nach Schule und Zivildienst beginnt er eine Schauspielausbildung an der Falckenberg-Schule in München. In der bayrischen Hauptstadt erlebt er dann 1990 sein Theaterdebüt mit "Harold und Maude".

Einfühlsam, gefühlvoll und zugleich kess, beinah spitzbübisch wirkt das Spiel von Kai Wiesinger. Mit einem offenen geraden Blick versteckt er Gefühle nicht, sondern holt die innersten Regungen einer Figur an die Oberfläche, ohne sie ihrer Intimität zu berauben. Es ist eine intensive Mimik, die von leichtfüßigen Bewegungen untermauert wird. Als einen äußert sensiblen und sehr guten Schauspieler bezeichnet ihn der Regisseur Roland Suso-Richter, in dessen Film "14 Tage lebenslänglich" (1996) er die die Hauptrolle spielt, eine Rolle, die für ihn einen Imagewechsel bedeutet.

Denn wie könnte man zum Beispiel jemals Kai Wiesinger als passionierten Schauspielstudenten Johannes in "Kleine Haie" vergessen. Johannes, der seine Texte ohne Schwierigkeiten vorträgt - solange sich kein Prüfer in der Nähe befindet, wenn doch, bekommt er kein Wort mehr heraus, Blackout. Von Aufnahmeprüfung zu Aufnahmeprüfung spielt er sich durch: Bochum, München, Berlin. Bochum läuft nicht: Text vergessen, zweimal setzt er an, schwitzt Blut und Wasser, aber nichts geht mehr. München ist gut, da hat er Freunde, die ihm helfen. Gemeinsam proben sie, halten sich in der fremden Stadt die Moral und die gute Laune aufrecht - trotz Prüfung. Kai Wiesinger spielt die ganze Palette fast unmerklicher Gefühlsregungen der Person überzeugend, mit sparsamen Gesten.

Auch in "Frauen sind was Wunderbares" (1993) ist Kai Wiesinger ein eher unsicherer sanfter junger Mann, - man könnte meinen, Johannes aus "Kleine Haie" sei erwachsen geworden: Zeno ist Universitätsdozent, er lebt allein und hat einen kleinen Sohn, der gerade in die Schule kommt. Um den kümmert er sich fürsorglich, auch wenn ihm manchmal einfach alles zuviel wird. Für Frauen hat er keine Zeit, sagt er. Seit Jahren hat er keine mehr kennengelernt. Eines Tages trifft er auf Arthur (Thomas Heinze). Arthur wollte eigentlich heiraten, aber da war so eine alte Affäre, seine Zukünftige hat es herausbekommen, und die geplante Hochzeit findet nicht statt. Dumm gelaufen. Arthur versucht den neu gewonnenen Freund davon zu überzeugen, dass er eine Frau kennenlernen muss, mit ihr ausgehen und möglichst auch gleich ins Bett. Das Duo Wiesinger/Heinze bringt die männlichen Gegensätze wunderbar auf den Punkt: Während Thomas Heinze in die Rolle des klassischen Machos schlüpft, überzeugt Kai Wiesinger als gefühlvoller, gebildeter Mann. Der typische Intellektuelle: schön klug, aber auch schön unsicher im Umgang mit dem anderen Geschlecht.

Fortsetzung