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Renny Harlin
Wie viele seiner Kollegen erwachte die Liebe zum Film früh in dem kleinen Renny, dessen Eltern mit dem Genre überhaupt nichts am Hut hatten - sie waren in medizinischen Berufen tätig. Noch als Kind experimentierte Harlin fleißig mit einer Super-8-Kamera. Später trieb ihn seine Leidenschaft zur Kunsthochschule, wo er Film studierte. Dann gründete er eine eigene Werbeagentur, für die er Werbespots und Marketing- Dokumentationen drehte. Schon sein erster Film ließ Übles befürchten: Der billige Actionfilm "Born American" (1986) betrieb auf naive Art und Weise antisowjetische Propaganda, als Begriffe "Glasnost" und "Perestroika" bereits um die Welt gingen: Drei US-Studenten überqueren bei einem Finnlandurlaub aus Spaß die sowjetische Grenze, was ihnen Ärger einbringt. Selber schuld, möchte man sagen. In Finnland kam dieser Film nicht gut an: Er wurde verboten. Noch heute fehlen in der Videofassung knapp fünf Minuten. Renny Harlin war dermaßen erbost, daß er seinem Heimatland den Rücken kehrte. Hollywood nahm den Mann mit amputierter Selbstkritik gerne. 1988 drehte er "Prison" mit Lane Smith und Viggo Mortensen. Darin geht der Geist eines unschuldig Hingerichteten mit Rachegelüsten in einem Gefängnis um: Die Kritik fand's unter aller Kanone, aber Harlin war im Geschäft. Mit "Nightmare on Elm Street IV" (1988) durfte er eine Fortsetzung der bekannten Schlitzer-Saga um Ekelgesicht Freddy Krueger (Robert Englund) drehen. Es folgte die Chauvi-Komödie "Ford Fairlane - Rock'n Roll Detective" (1990) mit den zotigen Späßen eines Andrew Dice Clay, der in der Titelrolle eindeutig mehr Spaß hat als der Zuschauer: "Die Story ist extradünn und der Humor erschöpft sich in bloßem Klamauk und blöden Kalauern", fand Ralph Umard im "tip". Danach drehte Harlin mit "Stirb langsam II" (1990) die an der Kasse erfolgreiche Fortsetzung der überkandidelten Abenteuer des einfachen Cops John McClane (Bruce Willis), der komischerweise immer am Weihnachtsabend in die Bredouille gerät. Die sehr gewalttätigen Actionszenen sind immerhin handwerklich recht gut gemacht, wenngleich ein gewisser Hang zur Schlamperei (z. B. beim arg künstlichen Schnee) und Unmöglichkeiten in der Story bisweilen unangenehm auffallen. Demnächst im TV ...
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