Dominik Graf
- Geboren am Samstag, 6. September 1952
- Geboren in München, Deutschland
Eineinhalb Millionen Besucher sehen "Die Katze" von 1987; Jutta (Gudrun Landgrebe) hat außer Probeck (Götz George) auch einen Ehemann und der sitzt zu Hause und denkt darüber nach, was seine Frau so alles treibt. Mit wem, das weiß er - wie der Zuschauer. Die Begegnung zwischen Probeck und Jutta ist auch geschäftlich, denn es geht um drei Millionen D-Mark. Probek ist ein ganz abgefeimter Gangster, der sich an die Filialleiter-Frau Jutta heranpirscht - oder sie an ihn? Sein Ziel: ein raffiniert ausgeklügelter Bankraub. Das dramaturgische Konzept der wenig originellen Story weist Dominik Graf als Regietalent aus. Wie hier die einzelnen Erzählstränge ineinandergreifen, das ist perfektes Kino.
Jetzt hofft die Filmwirtschaft endlich den Regisseur für den großen Film gefunden zu haben. Doch Dominik Graf lässt sich nicht vor einen Karren spannen: in den beiden folgenden Jahren entstehen "Tiger, Löwe, Panther" nach einem Drehbuch seiner damaligen Lebensgefährtin Sherry Hormann und "Der Spieler".
"Tiger, Löwe, Panther" erzählt von Beziehungsproblemen, wie sie im deutschen Lustspiel üblich sind. Die leichtfüßige Story spielt im Sommer und handelt davon, wie ganz unterschiedliche Charaktere mit der Liebe umgehen. Beziehungskisten sind meist moralisch oder platt, Dominik Grafs Komödie unterscheidet sich davon: Alles, was hier passiert an lockeren Episoden, kauzigen Ausbrüchen aus den Konventionen des Alltags wird getragen von der Freundschaft dreier Frauen. Und Graf hat das Glück, daß er hinreißende Schauspieler zur Verfügung hat: Natja Bruckhorst ("Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"), Martina Gedeck und Sabine Kaack als Sissy. Neben ihnen wirken die durchweg stimmigen Männer (Thomas Winkler, Oliver Stokowski, Peter Lohmeyer, Heinrich Schafmeister) geradezu harmlos. Ein sehr persönlicher, intelligent kurzweiliger Film, der mit dem Ersten Preis der Deutschen Akademie derDarstellenden Künste ausgezeichnet wurde.
Kurzweilig und kauzig ist auch "Der Spieler": Jojo, ein verkrachter stud. Phil. ist aus zweierlei Gründen hinter dem Mädchen Kathrin her: Einmal reizt ihn ihre Schönheit und Unschuld, zum anderen das Geld. Denn die fleißige Internatsschülerin und er haben die gleiche Tante, und die hat nach ihrem Tod ihm den Hund und Kathrin das Geld hinterlassen. Schon ist er bereit zu tauschen: Sie erhält den Hund, er klaut ihr die Banknoten und verspielt sie postwendend; doch statt Zoff gibt es Liebe: Jojo ist halt ein symphatischer Windhund.
Was gelegentlich so aussieht wie die Szene-Filme der 60er Jahre Marke "Zur Sache, Schätzchen" erweist sich doch immer wieder als irritierende Geschichte, in der ständig Abenteuer, Klamauk und Tragikomödie abwechseln. Graf beendet seine Geschichte mit einem Urknall. Es ist ein deutscher Film ohne den Mief der oft missbrauchten "Szene", in dem "etwas Neues beginnt, und doch sehen die Straßen der Stadt aus wie immer" - wie es im Film einmal heißt.









