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Mae West
(Mary Jane West)
- Geboren am Dienstag, 17. August 1892
- Geboren in Brooklyn, New York, USA
- Gestorben am Samstag, 22. November 1980
Sie selbst bezeichnete sich als die größte Leinwandpersönlichkeit seit Rudolpho Valentino, die Amerikaner nennen sie respektlos die "Statue of Libido" und die amerikanischen Fernsehausstrahlungen ihrer Filme aus den Dreißiger- und Vierzigerjahren brachten ihr bis in die späten Greisenjahre eine Fan-Post von 200 Briefen pro Woche. In den Tagen nach dem amerikanischen Börsenkrach 1929 konnte Mae West, die Tochter des amerikanischen Preisboxers Jack West und der deutschen Schauspielerin Matilda Doelger, den drohenden Abstieg Hollywoods aufhalten. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon lange im Geschäft.Respektlose Diva der Dreißigerjahre: Mae West 
Schon mit fünf Jahren stand Mae West auf der Bühne. Sie imitierte Schauspieler, spielt klassische Kinderrollen, darunter auch den "kleinen Lord". Mit sieben Jahren begann sie in der Hal Clarendon's Stock Company. Durch mehrere Tourneen wird sie als "Baby Vamp" bekannt. Ihr Broadwaydebüt in der Revue "A la Broadway and Hello, Paris" war 1911 ein großer Erfolg. In den Folgejahren war sie eine vielbeschäftigte Vaudeville-Schauspielerin. 1918 erschien sie als erste weiße Tänzerin in Shuberts Theater, und sie wurde ein Star. Ihr erstes Filmrollenangebot von Pathé lehnte sie allerdings ab.
Während der Stummfilmära hatten Frauen als Produzentinnen und Regisseurinnen eine starke Position, mit dem Tonfilm, mit der technischen Revolution des Kinos wurde dieser Einfluss rasch geringer. Mae West war eine der wenigen Frauen, die sich nicht nur als Showgirl durchsetzten. Sie wurde zu einer Bastion. Ihre Filme retteten nicht nur der amerikanischen Paramount das Leben. Tabus akzeptierte sie nicht, mit Zensoren und Frauenvereinen stand sie stets auf Kriegsfuß, dennoch verdiente sie 1935 das zweitgrößte Privateinkommen, direkt nach dem Zeitungszar William E. Hearst.
Denn Mae West, neben Theda Bara und Jean Harlow der Vamp des amerikanischen Kinos, war Kassenmagnet, Geschäftsfrau und einfallreiche Autorin. Sie schrieb ihre Filme selbst, und Bewunderer sagten ihr nach, dass sie für die Überwindung der viktorianischen Sex-Tabus mehr geleistet habe als alle ihre Konkurenten und Konkurentinnen. Mae West heiratete mit 19 den Jazz-Sänger Frank Wallace, trennte sich aber bald wieder von ihm. Erst 1942, als ihr Filmruhm im Schwinden war, liess sie sich scheiden. Mae war so etwas wie ein cinéastisches Wunder, schrieb sich zweideutige Szenen zurecht und proklamierte von der Leinwand herab Freiheit der Liebe und Gleichheit der Geschlechter.
Sie befeite Hollywood vom Muff und war gleichzeitig gefürchtet, verehrt und bewundert. Schon zur Zeit ihrer Bühnenkarriere machte sie Furore: 1926 schreibt sie sich selbst die Rolle einer Hafennutte in einem eigenen Musical auf den Leib, nannte es skandalöserweise "Sex" und musste acht Tage Knast auf sich nehmen wegen "unanständiger Schaustellung", ein Jahr später inszenierte sie selbst ihr Stück "Drag" über Homosexuelle.
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