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Ein begnadeter Leisetreter 

Rolf Hoppe
- Geboren am Samstag, 6. Dezember 1930
- Geboren in Ellrich/Harz, Deutschland
Er wirkt ganz sanft, liebenswert und leise als könne er kein Wässerchen trüben, dieser General und Kunstliebhaber in István Szabós "Mephisto" (1980), der Gauleiter Streicher in Joseph Vilsmaiers "Comedian Harmonists" (1997), der Pate von Dresden, Heinz Banaranowski, im TV-Dreiteiler "Sardsch" (1997), und doch sind diese drei Charaktere, die Rolf Hoppe so naturgetreu dämonisch verkörpert, äußerst gefährlich.Vom FDJ-Laienspieler zum internationalen Star: Rolf Hoppe aus Dresden 
Der General, ein alter ego von Hermann Göring, ist der große Verführer des begnadeten Schauspielers Hendrik Höfgen/Gustaf Gründgens, gespielt von Klaus Maria Brandauer, der Gauleiter, dessen Kunst- und Musikliebe so weit geht, dass er selbst die Juden innerhalb der Musikergemeinschaft dulden will, wenn sie sich in ihrer Liedauswahl ein bisschen nach seinem Geschmack richten und auch einmal "Am Brunnen vor dem Tore" singen. Schließlich der Pate von Dresden, der mit versonnenem Gesicht über die Tasten seines Flügels streicht und eiskalte, unmenschliche Entscheidungen trifft.
Hoppe ist wie geschaffen für das Dämonisch-Böse und ganz selten darf er einmal freundlich sein. Kinder lieben ihn besonders als molligen Freund, zu dem man Vertrauen haben kann: sein Lokführer Kastler in "Die Lok" (1991), die Titelfigur in "Hans Röckle und der Teufel" (1974) oder der Schleusenwärter in "Susanne und der Zauberring" (1973). Bei uns wenig bekannt sind seine komischen Rollen etwa in "Die Hosen des Ritter von Bredow" (1973) und der Jupiter in "Orpheus in der Unterwelt" (1974). Vor allem aber der Tresorknacker Bruno Markward an der Seite von Otto Sander und Götz George in Frank Beyers "Der Bruch" (1988).
Hoppe ist Familienmensch und Pferdeliebhaber (Mehrteiler: "Die Rennbahn") und mit Leib und Seele Dresdner, zwei Eigenschaften, die es ihm beispielsweise unmöglich gemacht hätten, in den Westen auszuwandern. Dabei sind drei seiner frühen Rollen dem 11. Plenum des Zentralkommitees der SED zum Opfer gefallen: sein Lehrer Eifler in "Karla" (1966), der Himmelblau in "Fräulein Schmetterling" und der Gasmeister Rudi Wiesen in "Der Frühling braucht Zeit" (beide 1965). Von 1963 an arbeitet Hoppe in DEFA-Filmen und Produktionen des DDR-Fernsehens. Als er durch seine Göring-Darstellung im "Mephisto" 1981 einem internationalen Publikum bekannt wird, hat er in der DDR bereits mehr als 90 (!) Kino- und TV-Filme beziehungsweise Serien hinter sich. 1997 konnte man den Schauspieler auch noch in der wunderbaren Neuverfilmung des "Hauptmann von Köpenick" von Frank Beyer sehen.
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