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Genie in Zeiten der Grausamkeit 

Sergej M. Eisenstein
(Sergej Michailowitsch Eisenstein)
- Geboren am Samstag, 23. Januar 1898
- Geboren in Riga, Russland, heute Lettland
- Gestorben am Mittwoch, 11. Februar 1948
- Gestorben in Moskau, Sowjet Union, heute Russland
Heute gilt er als einer der großen Innovateure des Kinos: Sergej M. Eisenstein, der mit Werken wie "Panzerkreuzer Potemkin" (1925), "Streik" (1924), "Oktober" (1927) und "Alexander Newski" (1938) Filmgeschichte schrieb und die Revolution in seinem Land auf die Leinwand übertrug.Der Meister bei der Arbeit: Sergej M. Eisenstein 
Als Sohn einer Russin und eines Architekten deutsch-jüdischer Herkunft wuchs Eisenstein in einem gut situierten, bürgerlichen Umfeld auf. Bereits als Kind ließ er sein zeichnerisches Talent erkennen und so schrieb er sich später an der Petrograder Universität ein, um dort das Bauingineurswesen zu erlernen, wechselte aber bald schon zur Architektur. Als im Herbst 1917 der Zar gestürzt wurde, ließ dies den jungen Eisenstein noch relativ kalt, denn Politik war zu der Zeit seine Sache nicht. Ein Jahr später, als der Bürgerkrieg in Russland tobte schloss er sich jedoch als Ingineur der Roten Armee an. An der Ostfront war er für den Bau von Verteidigungsstellungen verantwortlich und leitete später den Entwurf von Propagandaplakaten.
In der Armee lernte er auch die japanische Kultur kennen, die einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterließ. Nach der Demobilisierung ging Eisenstein nach Moskau, zunächst mit dem Ziel Japanisch zu studieren. Da er jedoch auf Arbeit angewiesen war, verdingte er sich als Kulissenmaler und Konstrukteur beim Moskauer Proletkult-Theater. Hier avancierte er schnell auch zum Regisseur und wechselte bald zum Theater Wsewolod Meyerholds, der großen Einfluss auf Eisenstein hatte, zumal ihm dieser das Konzept des "Bio-Mechanismus", das auf Spontanität setzt, nahe brachte.
Eisenstein unterlegte Meyerholds Theorie mit seiner eigenen Kreativität und schuf durch Karikatur und Stilisierungen neue Formen des realistischen Theaters. Für Eisenstein hatte die revolutionäre Kunst eine bilderstürmende Macht. Nach seiner Inszenierung des Stückes "Gasmasken" in einer Gasfabrik wurde Eisenstein klar, dass das Theater ein zu inflexibles Medium für ihn war. So ließ der Film nicht lange auf sich warten.
1925 inszenierte er mit "Streik" seinen ersten Film. Bis dahin hatte er lediglich Filmsequenzen für seine Theaterinszenierungen verwendet und Fritz Langs Werk "Mabuse, der Spieler" (1922) für sowjetische Verhältnisse bearbeitet. Eisenstein wollte Filme für den normalen Bürger drehen, ihn aber gleichzeitig mit Metaphern und Symbolismus von der Marxistischen Dialektik überzeugen. Doch genau diese so genannte "intellektuelle Montagetechnik" fand nicht immer ein großes Publikum. So hatte "Streik" seltsamerweise nur im Ausland großen Erfolg. Dies führte dazu, dass man seitens russischer Behörden Eisenstein als Regisseur über die Revolution von 1905 einsetzte. Eisenstein entschied, sich auf eine Episode - die Meuterei auf einem Schiff der Schwarzmeerflotte - zu konzentrieren: "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) wurde ein meisterhafter Meilenstein.
Mit diesem Film fand Eisenstein auch in der Sowjetunion sein Publikum, blieb aber hinter Werken wie Wsewolod Pudowkins "Mutter" (1926) zurück. Lediglich im Ausland wurde "Potemkin" gebührend gefeiert. Dennoch wurden sowohl Eisenstein als auch Pudowkin von der Sowjet-Regierung beauftragt, einen Film zum zehnten Jahrestag der Revolution zu inszenieren. Eisenstein brach sein Projekt "Die Generallinie", ein Film über die Kollektivierung ab, um sich mit "Oktober" der Revolution von 1917 zu widmen, während Pudowkin parallel an "Das Ende von St. Petersburg" arbeitete.
Dann wurde die Arbeit Eisensteins von den politischen Ereignisse überrollt: Trotzij, den Eisenstein in seinem Film zur zentralen Figur erkoren hatte, fiel in Ungnade und verließ das Land. So musste Eisenstein seinen Film komplett überarbeiten, um wieder halbwegs auf die offizielle Linie zu kommen. Derweil lief Pudowkins Film schon längst erfolgreich in den Kinos, zumal er einen einfachen Arbeiter als Hauptfigur wählte. Dagegen konnte Eisensteins eher intellektuelle Sicht nicht Stand halten. So blieben nur beeindruckende Bilderwelten und bemerkenswerte Massenszenen in Erinnerung. Seine gewaltigen Methapern jedoch wurden kaum verstanden.
Anschließend nahm Eisenstein seine Arbeit zu "Generallinie" wieder auf und schuf mit diesem Werk einen seiner eingänglichsten Filme. Denn hier spielt eine Bäuerin die Hauptrolle, die sich von der kollektiven Landwirtschaft überzeugen lässt. Dennoch wurde der Film seitens offizieller Stellen heftig angegriffen. Der Grund lag aber wohl eher darin, dass Eisenstein - trotz offizieller Genehmigung - das Land mit seinem Kameramann Edvard Tissé und Schauspieler Grigorij Alexandrow verließ, um im Ausland neue Filmtechniken (vor allem Möglichkeiten des aufkommenden Tonfilms) zu studieren.
Zu dieser Zeit lag Eisenstein auch ein Angebot des Hollywood-Produzenten Joseph Schenk vor, der schon Buster Keaton zu Weltruhm brachte. Doch der Produzent zog sein Angebot später zurück und Eisenstein versuchte während seiner Europareise, ständig Verhandlungen mit Hollywood aufrecht zu erhalten. Doch durch die zunehmende Isolierung der Sowjetunion wurde auch den drei Russen bald klar, dass man sie als unerwünschte Besucher betrachtete.
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4-Wochen-Vorschau für Sergej M. Eisenstein
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Sergej M. Eisenstein
Regie 1924 Streik
Statschka
Stummfilm, UdSSR1925 Panzerkreuzer Potemkin
Bronenosec Potjomkin
Stummfilm, UdSSR1926 Die Generallinie - Das Alte und das Neue
Generalnaja linja/Staroje i nowoje
Stummfilm, UdSSR1927 Oktober
Oktjabr
Stummfilm, UdSSR1931 Unter Mexikos Sonne
Que viva Mexico/Time in the Sun
Episodenfilm, Mexiko/UdSSR/USA1935 Beshinwiese
Beshin lug
Fotofilm, UdSSR1938 Alexander Newski
Alexandr Newski
Filmbiographie, UdSSR1943 Iwan der Schreckliche
Iwan Grosny
Historienfilm, UdSSR
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