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Einer der großen Regisseure 

Martin Scorsese
- Geboren am Dienstag, 17. November 1942
- Geboren in Flushing, Long Island, USA
Mit seinem Film "Die letzte Versuchung Christi" (1988) hat Martin Scorsese kirchliche und weltliche Proteste ausgelöst, er gehört zu den Großen des heutigen amerikanischen Kinos. "Wunderbare Visionen auf dem Weg zur Hölle" heißt die Dokumentation über Scorsese, die Bodo Fründt und Rolf Thissen drehen. Als Protest gegen die mangelhafte Farbkonservierung der amerikanischen Filmindustrie dreht er 1980 das Boxerporträt "Wie ein wilder Stier" in Schwarzweiß und macht in Sonderveranstaltungen während der Berliner Filmfestspiele und auf anderen Foren anhand von alten Filmszenen darauf aufmerksam, dass viele berühmte Farbfilme aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren hoffnungslos ausgeblichen sind. "Wie ein wilder Stier" erzählt von einem naiven Mittelgewichtsmeister aus der Bronx, der sich von skrupellosen Geschäftemachern verschaukeln lässt und am Ende brutal erledigt wird.Gefeierter Regisseur: Martin Scorsese 
Scorsese drehte zuvor bereits "Boxcar Bertha - Die Faust der Rebellen" (1972): Sträflinge und Eisenbahnarbeiter führen einen aussichtslosen Kampf gegen Polizisten und Privatmiliz von Unternehmern im Süden der USA in den Dreißigerjahren. Dagegen gerät in "Hexenkessel" (1973) ein Junge, der ein epileptisches Mädchen liebt und deren behinderten Vetter beschützt, aus dem Takt und fällt bei seinem reichen Onkel in Ungnade. Und in "Taxi Driver" (1976) dreht ein enttäuschter Vietnam-Kämpfer, Taxifahrer in New York, wegen des Schmutzes, der Gewalt und des assozialen Verhaltens auf den Straßen der Stadt durch. Er läuft Amok und wird gerade durch eine grausame Bluttat als Held gefeiert.
Martin Scorseses Helden sind kleine Leute, die sich ohnmächtig gegen Unrecht und Gewalt auflehnen. Meist erkennen sie zu spät, dass sie keine Chance haben, lassen sich aber nicht beirren. In den Figuren liegt auch etwas von religiös missionarischen Fanatismus. Das passt zu dem, was Scorsese selbst über sich sagt: Er wollte einmal Priester werden, aber man habe ihn rausgeschmissen; etwas Religiöses wäre bei ihm noch vorhanden, "eine Art ritueller Erfahrung in der Messe. Christus kommt herab und sagt: Du sollst keine Lämmer mehr töten". Metaphysische Grundtöne sind von "Taxi Driver" bis zur "Letzten Versuchung Christi" erkennbar - doch solche Bekenntnisse sind auch ein Stück Traumfabrik, selbst wenn diese kompromissarmen Filme über die kaputten Kinder Amerikas fern von Hollywood-Klischees liegen. Immer geht es hier um Zwiespalt und Skepsis eines Landes und seiner Bewohner, um Hoffnung auf eine neue Generation. "Scorseses Figuren mögen allesamt Gangster sein, sie bleiben doch kleine, miese, erfolglose Existenzen" schrieb Klaus Eder in "medium" und folgerte, dass ihnen Selbstbewusstsein und Identität fehle.
Nach dem Misserfolg des Insider-Kultfilms "Hexenkessel" holt Scorsese die Goldene Palme in Cannes für "Taxi Driver", einem aufwendigen, routiniert und attraktiven, zugleich realistischen Film. Wenn man Martin Scorseses Filmhelden kennt, kennt man den vitalen Italo-Amerikaner: aufgewachsen als Sohn sizilianischer Einwanderer in New Yorks Lower Eastside, eine armselige Kindheit im schäbigen Ausländerviertel Little Italy. Was danach kommt, ist Mischung aus Dichtung und Wahrheit. All die jungen Aufsteiger aus den Slums von Chicago, New York oder New Orleans, die ihren Weg nach oben gefunden haben, sind von ihren Public-Relation-Managern mit sensationellen Jugenderlebnissen ausstaffiert: frühe Kriminalität, Rauschgift, Alkohol, brave, arme Eltern, große Enttäuschung, unerwartetes Glück; mit eigener Kraft den langsamen oder den steilen Weg nach oben bis zum Topstar. Martin Scorsese hat an der New Yorker Filmhochschule studiert und dann als Drehbuchautor und Cutter - etwa bei Michael Wadleigh in "Woodstock" begonnen.
1963 lieferte er mit "What's A Nice Girl Like You Doing In A Place Like This?" sein neunminütiges Debüt als Regisseur und Autor. Ein Jahr später folgt "It's Not Just Murray", diesmal ein 15-minütiger Kurzfilm. Nach einem weiteren Kurzfilm ("The Big Shave", 1967) folgt 1969 mit "Wer klopft da an meine Tür?" Scorseses erster Langfilm. Scorsese gehört zum Freundeskreis von Francis Ford Coppola, George Lucas und Steven Spielberg. Sie sind unterschiedliche Wege gegangen: Coppola ist durch die aufwendige Kino-Trilogie "Der Pate", Spielberg durch den "Weißen Hai" ins große Geschäft geraten - freilich auch über klaftertiefe Abgründe hinweg. Die anderen - Einzelgänger wie John Cassavetes oder Monte Hellman - arbeiteten still vor sich hin, oder machten immer wieder mit ihren provokativen Arbeiten Furore - wie Martin Scorsese.
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