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Der Mann, der eine Mogelpackung war 

Spencer Tracy
- Geboren am Donnerstag, 5. April 1900
- Geboren in Milwaukee, Wisconsin, USA
- Gestorben am Samstag, 10. Juni 1967
- Gestorben in Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien, USA
Glaubt man den Worten seiner Ehefrau, Louise Tracy-Treadwell, dann war Spencer Tracy eine wahre Mogelpackung: "Äußerlich rauhbeinig und kurz angebunden, innerlich aber scheu und verletzlich." Tatsache ist: In 67 Lebensjahren drehte Tracy 73 Filme, kassierte zwei Oscars, für "Manuel" (1937) und "Teufelskerle" (1937) - und führte - beinahe so, als wäre es Normalität - 25 Jahre lang ein Doppelleben. Die Wochenenden verbrachte er mit Ehefrau und Schauspielerin Louise und dem gemeinsamen taubstummen Sohn. Die Lebensgefährtin während der Woche hieß Katharine Hepburn. "Die Frau, von der man spricht" brachte beide 1942 zusammen. Für die Kamera waren sie fortan das perfekte Schauspieler-Duo, die Idealbesetzung für Beziehungs-Komödien.Spencer Tracy mit seiner Filmpartnerin und Geliebten Katharine Hepburn 
Noch im selben Jahr lieferten sie sich Wortduelle in "Die ganze Wahrheit". 1945 flogen in "Zu klug für die Liebe" zwischen der Hepburn und Tracy die Fetzen - rein verbal, versteht sich. Ob als Sportler ("Pat und Mike", 1951), konkurrierende Anwälte ("Ehekrieg", 1949) oder Politiker - im Film konnte beide das ausleben, was ihnen im öffentlichen Leben untersagt war: die Rolle des Liebespaares.
Auch wenn hin und wieder Gerüchte über die private Beziehung der beiden die Runde machten, ihrer Filmkarriere taten sie keinen Abbruch. Tracy wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren noch mehrmals für den Oscar nominiert, übernahm jetzt meist väterliche, weise Rollen - etwa 1950 in "Vater der Braut", mit Liz Taylor als Filmtochter, oder in der Hemingway-Verfilmung "Der alte Mann und das Meer" (1958, Oscar-Nominierung). Für den Part des einarmigen Fremden in John Sturges "Stadt in Angst" erhielt er 1954 den Darstellerpreis in Cannes.
Nach außen hin galt Tracy als erfolgreicher Darsteller, hinter den Kulissen aber entpuppte er sich als komplizierter Vertragspartner. Er kündigte 1954 die Zusammenarbeit mit den MGM-Filmstudios, wechselte zu Paramount und später zu Fox. Nur einem hielt Tracy die Treue: Regisseur Stanley Kramer. Mit ihm drehte er Ende der Fünfziger-, Anfang der Sechzigerjahre drei wichtige Filme: "Wer den Wind sät" (1959) - Tracy spielt den gradlinigen Richter Drummond. Eine weitere Richter-Rolle übernimmt er 1961 in "Urteil von Nürnberg", dem Nürnberger Gerichtsdrama. 1967 dann kommt er ein letztes Mal mit Katharine Hepburn vor der Kamera zusammen: "Rat mal, wer zum essen kommt" macht die Rassen-Problematik in den USA zum Thema. Der Film wurde ein Erfolg, den Spencer Tracy nicht mehr erlebte. Er starb noch vor der Premiere.
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