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Vadim Glowna
- Geboren am Freitag, 26. September 1941
- Geboren in Eutin, Deutschland
Filmregisseur Max hat nur seine eigene Arbeit im Sinn. Der Blick für die Konflikte der anderen fehlt ihm. So merkt er auch nicht, dass der kleine Laiendarsteller von seinem Vater so unter Druck gerät, dass er keinen Ausweg sieht. Unter der Regie von Reinhard Hauff stehen Glowna so gute Schauspieler wie der 15-jährige Michael Schweiger und Mario Adorf als sein Vater gegenüber ("Der Hauptdarsteller", 1977). Ein religiöser Eiferer ist sein Jakobiner Fellen in Egdar Reitz' "Der Schneider von Ulm", und als Paul emanzipiert er sich in "Ediths Tagebuch" unter der Regie von Hans W. Geissendörfer von seiner Ehefrau. Oft ist Glownas Blick undurchsichtig, man weiß nicht, was dieser Mann vorhat. Oder steht er neben sich? Im Film ist er oft der Verlierer, der schlechte Karten hat beim Job, bei den Frauen.Vadim Glowna (r.) in "Die Rückkehr des Vaters" 
Gelegentlich dehnt er seine Schauspieler-Karriere auch auf internationales Parkett aus, wie in Alberto Lattuadas "Warum bellt Herr Bobikow?" (1975), Alain Corneaus "Police Python 357" (1976), Sam Peckinpahs "Steiner - Das Eiserne Kreuz" (1976) und Bertrand Taverniers "Der gekaufte Tod" (1979). Mit einer realistischen Milieustudie aus St. Pauli gelingt ihm 1981 ein interessantes Regiedebut: "Desperado City". Der Film, der in Cannes ausgezeichnet wird, ist ein Halbweltdrama ohne Tremolo, realistisch und düster. Auch "Dies rigorose Leben" (1983) ist ohne Hoffnung: Deutsch-jüdische Emigranten der zweiten Generation geraten in Texas in einen Hexenkessel aus Liebe, Lebensangst und Gewalttätigkeit. Die Blues-Musik gibt dem Film seine eigenwillig melodramatische Atmosphäre.
1987 entsteht die von der Kritik belächelte Joseph-Conrad-Verfilmung "Des Teufels Paradies". Hier haben vor allem die Schauspieler Jürgen Prochnow, Ingrid Caven und Mario Adorf glänzende Momente. Mit seiner damaligen Frau Vera Tschechowa gründete Glowna 1980 die eigene Filmproduktionsfirma Atossa-Film. Aus dem Jahre 1984 stammt ein eindringlicher Dokumentarfilm "Tschechow in meinem Leben" über die Künstlerfamilie seiner Frau Vera, der Tochter von Olga Tschechowa. 1991 entsteht unter seiner Regie "Eines Tages irgendwann" (1991) und im gleichen Jahr "Der Brocken" über eine Witwe auf Rügen, die sich auf sehr witzige Weise der habgierigen Wessis erwehrt.
Die Fernseharbeiten sind häufig Theaterkonserven wie der Bremer "Held Henry" von Zadek (1964), "Frühlingserwachen" von Minks (1966). Doch Glowna spielt auch viele Charakterrollen, vornehmlich in Serien wie "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Ein Fall für zwei", "Das Traumschiff", "Wolfs Revier", "Faust", "A.S." oder "Mordkommission". Er ist in Hamburg aufgewachsen und hat dort Theologie studiert - und abgebrochen. Während der Schauspielschule schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Entscheidend für seine Karriere ist, dass Gustaf Gründgens ihn ans Hamburger Schauspielhaus holt. Er spielt unter anderem in Bremen im Theater am Goetheplatz und an den Kammerspielen in der Böttcherstraße bei Peter Zadek. Danach geht er an die Münchner Kammerspiele. 1973 gibt er in Hamburg sein Regiedebüt mit Ann Jellicoes Stück "Was ist an Tolen so sexy?"
Weitere Filme mit Vadim Glowna: "Verbrechen mit Vorbedacht" (1967), "Tramp oder der einzige und unvergleichliche Lenny Jacobsen", "Liebe und so weiter" (beide 1968), "Horror" (1969), "Opfer", "11 Uhr 20" (TV-Mini-Serie), "Gezeiten"(alle 1970), "Leb wohl, Judas", "Die Tote aus der Themse" (beide 1971), "Ermittlungen gegen unbekannt" (1974), "Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek" (1975, TV), "Die Brüder" (1976), "Das verschollene Inka-Gold", "Gruppenbild mit Dame", "Deutschland im Herbst" (alle 1977), "Freddie Türkenkönig" (1978), "Die Mars-Chroniken" (TV-Mini-Serie), "Geschichten aus dem Wienerwald", "Mein Partner Davis" (alle 1979), Monitor" (1980), "Polnischer Sommer", "Feine Gesellschaft - beschränkte Haftung" (beide 1981), "Tatort - Sterben und sterben lassen", "Der Konsul" (beide 1982), "Ein fliehendes Pferd", "Blaubart", "Ein Jahr der ruhenden Sonne" (alle 1984), "Das Totenreich" (1985), "Lucas lässt grüßen" (TV), "Woimmer du bist", "Er - Sie - Es", "Das Milliardenspiel" (alle 1988), "Die Mörderin", "Georg Elser - Einer aus Deutschland" (beide 1989), "Tatort - Blutspur", "Das zweite Leben", "Die Spitzen der Gesellschaft", "Projekt Aphrodite" (TV), "Drei D", "Stille Tage in Clichy" (alle 1990), "Die Bank ist nicht geschädigt", "Scheidung à la carte", "Tandem", "Zwei Supertypen in Miami - Der Kindermörder" (alle 1991), "Die Lügnerin", "Verflixte Leidenschaft" (beide 1992), "Im Himmel hört dich niemand weinen", "Tatort - Bauernopfer" (auch Regie), "Hörigkeit des Herzens" (alle 1993), "1945", "Anwalt Abel - Rufmord", "Die Männer vom K3 - Zu hoch gepokert", "Das gläserne Haus", "Heimliche Zeugen" (alle 1994), "Inka Connection" (TV-Mini-Serie, 1995), "Der Schnapper - Blumen für den Mörder" (auch Regie), "Dies verlauste nackte Leben", "Die Bibel - Salomon", "Dunckel" (alle 1997), "Das Datum", "Candy", "Das elfte Gebot" (alle 1998), "Rosa Roth - Die Retterin", "Polizeiruf 110 - Böse Wetter", "Todsünden - Die zwei Gesichter einer Frau" (alle 1999), "Das Traumschiff", "Die Unberührbare", "Kalt ist der Abendhauch", "Les Miserabels - Gefangene des Schicksals", "Tatort - Quartett in Leipzig" (alle 2000), "Viktor Vogel". "Verbotene Küsse", "Baader", "Schwabenkinder", "Suck My Dick" (alle 2001), "Dienstreise - Was für eine Nacht" und "Der alte Affe Angst", "Die Rückkehr des Vaters", "Mein Name ist Bach" (alle 2003), "Agnes und seine Brüder" (2004), "Sternzeichen", "Nachtschicht - Tod im Supermarkt" (beide 2005), "Lapislazuli - Im Auge des Bären", "Das Haus der schlafenden Schönen" (auch Regie), "Vier Minuten" (alle 2006), "Ein starkes Team - Blutige Ernte" (2007), "Alles was recht ist", "Gonger - Das Böse vergisst nie", "Auftrag Schutzengel" (alle 2008), "Håkan Nesser's Inspektor Barbarotti - Mensch ohne Hund" (2010).
Weitere Regiearbeiten: "Der Alte" (TV-Serie, 1977), "Peter Strohm" (TV-Serie, 1988), "Eine Frau wird gejagt" (TV, 1995) und "Siska" (TV-Serie, 1998).
Foto: ZDF
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